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Spitzer-Siloauflieger entleert nicht – Ursachen und Diagnose

Spitzer-Siloauflieger DAF im Schüttguttransport

Kurzübersicht

Spitzer-Siloauflieger entleert nicht – häufigste Ursachen: verschlissene oder verstopfte Belüftungspolster (60 % der Fälle), zu geringer Kompressordruck, blockierte Schieber DN100/DN125, Materialverklumpung nach Feuchtigkeitseintrag. Diagnose Schritt für Schritt: (1) Manometer prüfen, (2) betroffene Behälterseite lokalisieren, (3) Sichtprüfung der Polster durch das obere Mannloch, (4) Schieber kontrollieren. Druck in Ordnung, aber keine Entladung – Problem im Belüftungssystem. Service: +48 602 716 551.


Der Spitzer-Auflieger steht unter der Entladebrücke, der Druck ist vorhanden, aber das Material kommt nicht heraus. Oder es kommt heraus, aber 10–15 % verbleiben im Behälter. Oder eine Behälterseite entleert sich normal, die andere reagiert gar nicht.

Jedes dieser Symptome hat eine konkrete Ursache – und eine Diagnose, die sich durchführen lässt, bevor man einen Abschleppwagen bestellt. Eine ausführlichere Analyse der Ursachen von Störungen beim pneumatischen Entladen von Siloaufliegern hat Aleksy Pasternak zusammengestellt.

Diagnoseschema für die Entladung

Schritt 1: Druck am Manometer prüfen

Bevor man ins Detail geht: Welchen Luftdruck zeigt das Manometer während der Entladung?

  • Druck erreicht 1 bar nicht – das Problem liegt am Kompressor oder am Speiseventil, nicht am Auflieger selbst. Keilriemen des Kompressors prüfen (Spitzer-Siloauflieger sind standardmäßig mit einem ZWA- oder eigenständigen Kompressor ausgestattet), Zustand des Luftfilters kontrollieren sowie die Dichtheit der Versorgungsschläuche. Das ist ein Problem des Anhängers oder Zugfahrzeugs, nicht des Behälters.

  • Druck erreicht 2–2,2 bar, aber Material kommt nicht heraus – das Problem liegt im Belüftungssystem oder an den Schiebern. Weiter lesen.

  • Druck fällt beim Öffnen des Entladeschiebers schlagartig ab – Undichtigkeit: beschädigte Mannlochdichtung oder ein Polster, das Material in den Kollektor lässt.

Schritt 2: Prüfen, ob das Problem einseitig auftritt

Spitzer-Behälter der SF-Reihe haben Belüftungspolster, die über die gesamte Bodenlänge verteilt sind. Bei 2-reihiger Anordnung (typisch für größere Volumina): Entleert sich eine Behälterseite, die andere jedoch nicht?

Ja – Material kommt nur einseitig: defektes Polster oder blockierter Kollektor auf einer Seite. Durch das obere Mannloch einsteigen und den Zustand der Polster auf beiden Seiten visuell prüfen.

Nein – gar nichts oder sehr wenig aus dem gesamten Behälter: allgemeines Problem – zu geringer Druck, verstopfter Hauptkollektor, Materialverklumpung oder alle Polster gleichzeitig verschlissen (selten, kommt jedoch bei Zement nach 2 Saisons ohne Austausch vor).

Schritt 3: Sichtprüfung der Belüftungspolster

Durch das obere Mannloch mit Taschenlampe:

  • Einwandfreies Polster – Polyester- oder Polyamidgewebe, gleichmäßig, ohne Beschädigungen, flach in der Nut liegend
  • Verschlissenes Polster – durchgescheuert, sichtbare Löcher, von oben aufgebläht (Material dringt ins Polsterinnere), durch Material verfärbt
  • Verstopftes Polster – keine sichtbaren Beschädigungen, aber der Behälter belüftet in diesem Bereich nicht

Ein verstopftes Polster ist schwer visuell zu erkennen. Drucktest: An der Unterseite des Aufliegers führt zu jedem Polster ein separater Lufteinlass vom Kollektor – Manometer an jeden Einlass anschließen und prüfen, welches Polster bei 0,5 bar keinen Luftdurchfluss zeigt.

Schritt 4: Entladeschieber prüfen

Schieber DN100 oder DN125 am Kollektorausgang öffnet nicht oder nur unvollständig:

  • Mechanische Verklemmung – Reste von getrocknetem Zement oder Bindemittel. Versuch: Schieber ohne Druckluft manuell öffnen. Gelingt das nicht – Zement im Ventil. Nicht mit Gewalt aufzwingen, da sonst die Dichtung beschädigt wird.
  • Verschlissene Schieberdichtung – Schieber öffnet, schließt aber nicht dicht, Druckverlust. Symptom: anhaltendes Zischen beim geschlossenen Schieber.

Schritt 5: Dichtheit der Mannlöcher prüfen

Bei Betriebsdruck (2 bar) die Hand an jede Mannlochdichtung halten – spürt man Luftzug? Jede Undichtigkeit bedeutet Druckverlust, langsamere und unvollständige Entladung.

EPDM-Mannlochdichtungen verhärten nach 4–5 Jahren Betrieb (oder früher bei alkalischen Ladegütern) und verlieren ihre Elastizität. Eine harte Dichtung dichtet unter Druck nicht mehr ab.

Häufigste Ursachen für fehlerhafte Entladung

SymptomHäufigste UrsacheLösung
Nichts kommt heraus, Druck in OrdnungBlockierte SchieberMechanische Entsperrung oder Austausch
10–20 % verbleiben im BehälterVerschlissene BelüftungspolsterPolsteraustausch
Einseitige EntladungDefektes Polster auf einer SeiteLokaler Polsteraustausch
Langsame EntladungZu geringer DruckKompressor und Schläuche prüfen
Staub im DruckluftsystemPolster lässt Material durchSofortiger Polsteraustausch
Druckanstieg ohne EntladungMaterialverklumpungMechanische Auflösung + Service vor der nächsten Beladung

Wann in den Service fahren

Einige Probleme kann der Fahrer vor Ort beheben, andere erfordern einen Fachbetrieb:

Unterwegs behebbar (durch den Fahrer):

  • Schieber von Materialresten reinigen (sofern keine Beschädigung vorliegt)
  • Mannlochdichtung provisorisch mit Dichtmasse abdichten (Übergangslösung)
  • Luftfilter des Kompressors prüfen und wechseln

In den Service (PHS Magnum oder anderer Servicebetrieb):

  • Austausch der Belüftungspolster – erfordert Behältereinstieg und Spezialwerkzeug
  • Austausch der Schieber- und Mannlochdichtungen
  • Druckprüfung nach der Reparatur
  • Dichtigkeitstest des gesamten Belüftungskollektors

Wenn nach den Schritten 1–5 die Ursache weiterhin unklar ist: Anruf genügt – +48 602 716 551. Anhand der Symptombeschreibung können wir das Problem mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits vor der Anfahrt eingrenzen und die benötigten Teile bereitstellen.

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